Wer führt uns zum Erfolg ?

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„Achtung, Zwackmeier kommt!“ flüstert Kollege Bierbusch gerade, als wir auch schon das vertraute „klack-klack“ der stahlbeschlagenen Lederschuhe immer lauter vernehmen. Der Chef marschiert grußlos an seinen acht Mitarbeitern vorbei, schnurstracks in sein Büro. Kurz bevor die Türe zuknallt, hören wir noch „Bierbusch, ins Büro !“ Während Bierbusch sich mit hängenden Schultern auf den Weg macht, folgen ihm sieben mitleidige Augenpaare. Wir wissen nie, woran wir sind mit dem Chef. Seine Laune ist wie ein Aktienkurs. Die Aufgaben verteilt er nach dem Zufallsprinzip, und dabei gibt er meist nicht alle Informationen preis, die er uns geben könnte, damit wir die Aufgaben auch gut erfüllen könnten. Sein Lieblingsspruch lautet: „Nicht getadelt ist genug gelobt !“ Gedämpft hören wir den Chef im Büro brüllen und unseren Kollegen leise antworten. Als Bierbusch mit hängenden Mundwinkeln wieder aus dem Büro kommt, ist für uns alle klar: sein Tag ist gelaufen. Den ganzen Tag schwelt über uns das ungute Gefühl: wer wird der Nächste sein, der zum Rapport muss, und warum ?

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Wer von uns erinnert sich nicht an einen Chef, der möglicherweise sogar tatsächlich sogar bemüht war, zu motivieren, und es dennoch nicht schaffte, die Mitarbeiter, das Team dauerhaft im positiven Sinne anzutreiben ? Wenn ein Chef zwischen Autoritarismus und Egoismus hin und her schwankt, bleibt die Empathie auf der Strecke. Und dieses Mitgefühl ist der Schlüssel zum Erfolg der dauerhaften, intrinsischen Motivation im Team. Mitgefühl ist das Gegenteil von Aggression, Unterwerfung, Autoritarismus und Gleichgültigkeit.

Wie gelingt es, ein Team so zu leiten, sodass jeder das Beste gibt ?

Das Führen einer Gruppe ist eine komplexe Aufgabe. Der renommierte Autor „On Becoming A Leader“ Warren Bennis war ein US-amerikanischer Experte für Organisations-Entwicklung, Führungstheorie und Change Management. Er sagte dazu:

„Eine gute Führungspersönlichkeit ist in der Lage, eine persönliche Vision auf eine bestimmte Gruppe zu übertragen.“

Warren Bennis, 08.03.1925-31.07.2014

Heute wissen wir, dass Führungskompetenz weit darüber hinausgeht, eine persönliche Perspektive zu vermitteln. Der Führungsansatz, der am vielversprechendsten ist, um aus jedem Teammitglied das Beste herauszuholen, erscheint mir der des „Compassionate Leaderships“, der mitfühlenden Führung.

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Wie können wir die Unternehmensleistung verbessern und Innovationen fördern ?

Die Leistung in einem Unternehmen kann gesteigert werden, wenn wir die „motivationale Intelligenz“ anwenden.

Die motivationale Intelligenz, kurz MQ, beschreibt die Fähigkeit, Anreize und Motive richtig einschätzen zu können, um Verhalten, Ziele und ebendiese Motive aneinander anzupassen. Beim Verhalten betrachten wir die Vorlieben, also die Art und Weise, wie wir uns am liebsten verhalten, und die Tendenzen, also die Art und Weise, wie wir uns höchstwahrscheinlich verhalten. Eine brillante Führungskraft gestaltet den Arbeitsalltag demnach so, dass das Team diesem mit einer hohen Motivation nachgeht. Keiner der Team-Mitglieder hat dann ein Problem damit, seine Ziele zu verfolgen.

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3 Anzeichen, dass ein Leader hoch motivierend ist

  • wenn er/sie dazu fähig ist, andere zu motivieren und dabei zwischen lang- und kurzfristiger Motivation unterscheiden kann
  • wenn er/sie mehr Gewohnheiten ausübt, die zum gewünschten/gesetzten Ziel führen als solche Gewohnheiten, die keine Richtung aufweisen
  • wenn er/sie der „trial-and-error“-Methode Platz einräumt, indem er/sie einen Fehler als Chance erkennt, um die Strategien und Maßnahmen zu überdenken und anzupassen
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5 Tipps zur Steigerung der MQ

  • Die eigenen Lebensziele und die des Teams zu kennen. HIER erfahrt Ihr, wie das gehen kann
  • Die Lebensziele mit konkreten Zielen zu verbinden => Motivations-Workshop
  • Handlungen zu setzen, die das persönliche Interesse widerspiegeln und Spaß machen
  • Langfristig zuerst dem Interesse nachzugehen und erst in zweiter Linie den Zielen zu folgen, um die eigene Energie hoch zu halten
  • Fähigkeiten nach der Relevanz zur Erreichung des Zieles zu betrachten – und nicht erst nach Stärke/Schwäche
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Um eine hohe motivationale Intelligenz im Unternehmen zu schaffen und zu sichern, ist ein gutes Betriebsklima wichtig. Dies gelingt mit guter Kommunikation, dem geschulten Umgang mit Emotionen und empathischem Handeln. Auf die Art und Weise verbessern wir die Atmosphäre und den Umgang zwischen Führungskräften und ihrem Team erheblich.

Tipps zur Steigerung der Empathie

  • Verständnis erhöhen für die persönlichen Erfahrungen anderer
  • Lernen von den MitarbeiterInnen
  • Anerkennung jeden Team-Mitgliedes als wichtigen Teil des Projektes
  • Anerkennung der Fähigkeiten/en jeden Team-Mitgliedes
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Bei einer Führungskraft eine Veränderung zu erreichen ist nicht einfach. Ganz besonders, wenn einer der gelebten Werte die Tradition, das Weiterschreiben bisher Erfolg bringender Faktoren ist. Bei allen verschiedenartigen Führungskräften gleich ist das hohe Interesse am konstanten Erfolg. Und Erfolg bringt, dass jede Führungskraft über sich selbst nachdenkt. Dabei ist die Wirkung, die sie auf das Team ausübt, ganz entscheidend.

Zusammengefasst können wir also sagen: führen + reflektieren = motivieren ! Das ist unsere Formel für dauerhaften Erfolg dank nachhaltiger Motivation jeden Mitarbeiters, und das können wir uns nur wünschen, versichert Euch

Eure Leo Coach

Mag. Waltraud Leobacher

Kommunikationswissenschafterin, Trainerin & Coach


Bibliographie:

Warren Bennis, Warren Bennis – Wikipedia, 24.11.2021

Motivationale Intelligenz: Motivationale Intelligenz (MQ): Definition, Anzeichen & Tipps (motivationswelten.de), 24.11.2021

Mitfühlende Führung: https://gedankenwelt.de/mitfuehlende-fuehrung-ein-weg-die-gruppe-zu-mobilisieren, 24.11.2021

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