Zwischen zwei Zwetschenzweigen
Zwischen zwei Zwetschenzweigen

Zwischen zwei Zwetschenzweigen

Vom Stress mit der Entspannung ODER: sitzt Du lieber zwischen den Stühlen oder unter dem Zwetschkenbaum ?

Ringlotten – eine veredelte Form der Gattung Pflaume, auch Reineclaude genannt. Besonders süß !

Mein Ringlotten-Baum macht mir seit Jahren Freude. Einmal beschenkt er mich mit reicher Ernte, dann wieder mit schönen, weißen Blüten im Frühling. Heuer hat er sogar einen Ausläufer, sodass ich auf noch mehr kleine Zwetschgerl hoffen darf. Wenn es sehr warm ist, liebe ich es, mich unter die Zweige dieses Baumes zu setzen und die sanfte Brise zu spüren. Dann genieße ich das Schillern des Schattens, der sich ergibt, wenn der warme Wind in die kleinen Blätter fährt. Das ist für mich Entspannung pur.

Entspannung, aber rasch !

Und da sind wir auch schon beim Thema: Entspannung. Mein „Business“ ist die Entspannung, und immer mehr Menschen buchen mich auch privat zu Fortbildungen in diesem Bereich. Da ich ein ausgesprochener Bücherwurm bin, rennen sie mir damit sowieso eine offene Tür ein. Ich sammle alle relevanten Informationen zu dem Thema und verarbeite sie in leicht verdauliche, praktikable Häppchen.

So sitze ich stunden-, tagelang vor Büchern, vor dem Computer, bis ich mich heute urplötzlich heute selbst ertappt habe und meine eigene Stimme vernahm:

„Hey!“ habe ich mir zugerufen. „Was mache ich da eigentlich ?!“ Erschrocken habe ich mich daraufhin umgeblickt. Hat mich denn auch niemand gesehen ? Wie ich Wasser predige, und Wein trinke ?

Leo Coach

Wie ich selbst stundenlang dasitze, und doch davon spreche, wie ungesund das sei ?

Zwei Seiten einer Medaille

Entspannung zu lehren ist ein zweischneidiges Schwert: denn je mehr wir selber darüber lernen, wie der Körper funktioniert, wie wir ticken und was wir brauchen, desto unangenehmer kann es uns werden, wenn wir unserem Körper, unserem Geist und der Seele nicht das geben, was diese Dreiheit doch so dringend braucht. Warum ist das so ? Natürlich, weil wir das Richtige tun wollen. Und weil wir uns entwickeln.

Je besser wir leben, desto schneller merken wir, wenn bei uns einmal etwas nicht gut läuft.

Mag. Waltraud Leobacher

Kommt Euch das bekannt vor ?

Ein Beispiel: Du beginnst, täglich morgens ein Glas warmen Wassers oder Tees zu trinken, anstatt gleich mit Kaffee zu beginnen. Es tut Dir gut, Du merkst, wie Deine Gelenke nicht mehr schmerzen, wie Deine Verdauung sich reguliert – kurz, Du fühlst Dich einfach besser. Dann kommt der Wahnsinn namens Alltag um die Ecke und schlägt gnadenlos zu. Das Kind muss da und dorthin gefahren werden. Oder Du hast einen Termin bei einem Arzt, oder musst ins Amt. Dort steht ein Kaffeeautomat, und Du weißt, welch grausige Plörre darin ist. Aber Du musst diesen Kaffee haben. Willst Dich genau jetzt belohnen für Dein hartes Los. Damit es dann wieder leichter geht. Am nächsten Morgen denkst Du Dir, wurscht, mache ich mir halt gleich einen Kaffee und trinke vorher nichts Warmes. Und so rückst Du wieder von Deinen guten Vorhaben ab, Schritt für Schritt. Bis die Gelenke wieder schmerzen oder Du erneut beginnst, an Dich selbst zu denken.

Je öfter Du es aber trainierst, morgens etwas warmes Gesundes zu trinken, desto mehr wird Dir dies auch zur lieben Gewohnheit. Dann merkst Du sehr schnell, wenn Du Deinem Körper einmal nicht das gibst, was er braucht, und verzichtest nicht mehr auf diese liebe neue Haltung, die Dir Wohlbefinden schenkt. Noch dazu fast gratis, aber garantiert nicht umsonst !

Wie, wann und was sollen wir tun ?

Im Fernsehen, den sozialen Netzwerken und den Hochglanz-Magazinen wird uns genau gesagt, was gut für uns ist. Besonders klar wird uns gesagt, was wir kaufen sollen. Nicht so oft informiert werden wir darüber, was tatsächlich gut für uns ist. Was bei jedem Einzelnen zu tun ist, wie es zu tun ist und wann wir womit anfangen sollen. Aus all den genannten Gründen ist es kein Wunder, wenn viele verwirrt aufgeben, nachdem sie eine gute neue Haltung begonnen haben zu leben. Oder erst gar nicht beginnen und sich sagen: „Geht schon. Ich fühl mich eh nicht schlecht.“ Oder der Österreich-Klassiker: „Passt scho!“

Die gute Nachricht – und noch eine gute

Die gute Nachricht ist, dass unser Wunderwerk Körper tatsächlich eine Menge verträgt, unglaublich viel aushält und uns jahrelang ohne Murren durch die Gegend bringt. Es gibt noch eine weitere gute Nachricht, die wir oben schon vernommen haben: je besser wir uns um uns selber kümmern, desto früher merken wir, wenn einmal etwas nicht stimmt mit uns. Sei es körperlich, geistig oder seelisch. Der Körper gibt uns jedenfalls Bescheid. Dann können wir auf die Stimme hören, die da spricht:

„Hey ! Was machst Du da eigentlich ?“

– und ihr antworten: „Hallo, ich ! Ich arbeite. Aber Du hast Recht. Ich steh ja schon auf und geh eine Runde raus !“

Ob Du Dich dann unter einen Zwetschgenbaum setzt wie ich, kurz um den Block marschierst oder ins Bad gehst, um Deine Fußnägel zu lackieren, ist egal. Nicht egal ist, ob Du es tust oder nicht. Sonst sitzt Du irgendwann nicht zwischen zwei Zwetschken-Zweigen, sondern zwischen den Stühlen, wo es zwickt und zwackt, und das vermeiden wir doch ganz einfach und ganz ohne „passt scho“, das rät Euch

Eure Leo Coach

Mag. Waltraud Leobacher

19.05.2021

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