Der Times Square des Körpers

Kniecollage

Am Times Square des Körpers trifft sich alles.

Was können wir tun, um von diesem Verkehrschaos nicht gebeugt zu werden ? Wenn wir Schmerzen im Knie spüren, gibt es dafür zwei Möglichkeiten: wir wissen, warum es weh tut. Etwa, weil wir uns verdreht haben oder gestürzt sind. Oder wir wissen nicht, warum es auf einmal weh tut. Davon handelt dieser Beitrag.


In unserem Knie herrscht geschäftiges Treiben wie am Times Square: zwei Hauptstraßen, der Ober- und der Unterschenkel, führen darauf zu, daneben kleinere Seitenstraßen, die Muskeln und Faszien, Oberleitungen der Straßenbahnen, die Nerven, die Verkehrsinsel in Form der Kniescheibe und quer durch und drunter und drüber Fahrzeuge und Menschen – das Blut und Wasser des Körpers.

Das Knie als Kreuzung des Körpers – ein hinkender Vergleich ?

Dieses Bild kann uns helfen, die tragende Rolle des Kniegelenkes zu verstehen. Bei Sportverletzungen und Stürzen wissen wir sofort, warum es weh tut. Risse und Verschiebungen können an Faszien und Bändern durch einen Schlag, Stoß oder Sturz entstehen. Der Gang zum Sportarzt oder -therapeuten ist hier der erste Weg.  Wenn das Knie aber aus heiterem Himmel schmerzt, ohne ersichtlichen Grund, was dann ?

Diese schleichenden Veränderungen im Knie können ihre Ursache in Fehlbelastung und Haltungsschwächen haben, also in nicht ausbalancierter Muskelkraft und durch zuwenig spezifische Bewegung verklebte Faszienstrukturen.

Faustregel: Je besser der gesamte Körper trainiert ist, desto schneller kann auch das Knie nach Verletzungen heilen. Daher ist ein cleveres Ganzkörpertraining die beste Versicherung gegen Verletzungen aller Art. Pilates und Faszienbewegung bieten sich dafür an.

Das Knie hat die herausfordernde Aufgabe, sowohl stabil als auch beweglich zu sein. Das ist eine Gratwanderung, denn zuviel Beweglichkeit bringt das Knie aus der Spur, und zuviel Stabilität lässt es einrosten. Die erste und wichtigste Funktion des Knies ist das Beugen, und hier wird es spannend, denn im gebeugten Zustand ist dieses Gelenk am verletzungsanfälligsten. Schifahrer wissen ein Lied davon zu singen !

Wenn die Verletzung schon da ist: je nach Diagnose des Arztes oder Therapeuten kann parallel bereits ein sanftes Beinachsen- und spezifisches Knie-Rehab-Training gestartet werden. Sanftes Muskel- und Faszientraining für das Knie fördert die Heilung.

Wie finden wir die richtige Balance zwischen Beweglichkeit und Stabilität ?

Durch das Bild des Knies als Kreuzung vielfältiger Strukturen können wir besser verstehen, dass abwechslungsreiche Bewegungen gut für das Gelenk sind. Bei Schönwetter ist das Spazieren in der freien Natur herrlich, und dabei können wir, anstatt immer nur geradeaus zu marschieren, auch einmal seitlich oder sogar rückwärts gehen. Das kräftigt Strukturen um das Knie, die wir im Alltag vernachlässigen. Seit-Kicks mit dem Fuß über die Körpermitte hinaus sind auch eine Wohltat für das geplagte Knie. Man kann sich dabei ja einen Ball oder ein Steinchen vorstellen, welches man seitlich wegkicken möchte !

Die Basis für ein gesundes Knie ist weiters auch ein guter Stand. Die Füße hüftbreit aufgestellt, mit Fuß-, Knie- und Hüftgelenk übereinander, die Kniescheiben nach vorne ausgerichtet und die Kniegelenke nicht ganz durchgedrückt – so stehen wir ideal da. Das können wir vor dem Spiegel üben. Sehen wir uns von der Seite an: wenn eine gedachte gerade vertikale Linie durch Knöchel, seitliches Knie, Rollhügel (das ist der seitliche Hüftknochen) und mitten durchs Schultergelenk und die Ohren zieht, dann stehen wir richtig.

Bei Schmerzen lohnt es sich, einmal hinzuhören: knackt es im Gelenk ? Das deutet auf Meniskusverletzungen und Knorpeldefekte hin. Oder reibt es wie Sandpapier ? Das könnte auf einen Abnutzungsprozess wie Arthrose hinweisen. Ja, und wenn es schnalzt – dann ist das Kreuzband gerissen. Sehr schmerzhaft !


2 Hinweise bei Schmerzen im Knie

  • Schmerzen beim  Beugen und Strecken deuten auf Meniskusschäden hin
  • Schmerzen während des Drehens lassen auf Bänderrisse schließen

Von Arthrose sind so viele Menschen betroffen, dass diesem noch ein eigener Blogbeitrag gewidmet wird. Das Knie ist „auf einmal“ nicht mehr so beweglich und kann anschwellen. Nur soviel vorweg: je früher man dabei mit Gelenke-Training beginnt, desto wahrscheinlicher ist eine vollständige Genesung. Cleveres Muskel- und Faszientraining trägt dem Fakt Rechnung, dass so ein Gelenk Druck und Zug braucht, um geschmiert zu laufen. Wie ein Schwamm drücken wir „Schlacke“-Körperwasser heraus, das den Körper altern liesse; schon saugt sich der Gelenkknorpel mit frischem Wasser auf, erfrischt und verjüngt uns.


2 Tipps bei akuten Knieschmerzen

  • Kälte reduziert das Schmerzempfinden. Coolpack für 30-40 Sekunden mehrmals täglich auflegen hilft
  • Bei Bedarf ist Wärme in Form eines Kirschkernkissens oder einer Wärmeflasche das Richtige. Sie spüren instinktiv, ob Sie gerade Wärme oder Kälte brauchen
  • Das Knie braucht Ruhe und Zeit. Entzündungen etwa klingen nach einer Woche ab

Es lohnt sich, einen Experten für Knie-Rehab-Training aufzusuchen und vor allem: mit dem Training dranzubleiben. Denn wenn die Schmerzen erst einmal chronisch sind, helfen geduldige Beständigkeit und die richtigen Bewegungen, um das Knie wieder gesund, fit und stau-frei zu halten. Damit auf unserem Times Square alles rund läuft !

Dass bei Ihnen alles rund läuft, das wünscht Ihnen von Herzen

Ihre „LEO Coach“

Mag. Waltraud Leobacher

Pilates und Faszienbewegung

www.gsundhaus.net


 

Verantwortlich für den Text: Mag.phil. Waltraud Leobacher, Kommunikationswissenschafterin, Pilates- und Faszientrainerin
Bilder: Collage aus Wikipedia, und Economic Times, 17.09.2018
Textquelle: Bartrow, Kay: Schwachstelle Knie. TRIAS, Stuttgart 2015.

Blog erstellt am 18.09.2018

 

 

 

Ein Kommentar zu „Der Times Square des Körpers

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